Diese Chance sollte man nicht verpassen

Mit grossen Schritten wird die Welt der Garagenbranche digitaler und noch internationaler. Die gezielte Digitalisierung von Arbeitsprozessen kann in der Werkstatt oder im Carrosseriebetrieb viel Potenzial freilegen und damit den Kosten- und Margendruck etwas mildern. Die Kundschaft lässt sich dank Künstlicher Intelligenz (KI) und smarten Helfern immer individueller und schneller bedienen. Wichtig aber bleibt zu berücksichtigen, dass die Resultate von Chatbots und KI-Agenten nur so gut sind wie die Daten dahinter. Wie viel Potenzial in einer cleveren Digitalisierung – auch für kleinere Garagen – steckt, zeigt beispielsweise die Kooperation von Derendinger mit dem Schweizer Start-up Guido. Das digitale Ökosystem, das Garagen mit dem Werkstattmodul Fleet 1 und Flottenkunden verbindet, soll für mehr Umsatz, neue Kunden und zusätzliche Effizienz in der Abwicklung von Wartungs- und Reparaturprozessen sorgen.
Während der SAS am 22. und 23. August 2025 in Bern werden in kostenlosen Fachvorträgen zahlreiche digitale Lösungen präsentiert. Experten zeigen beispielsweise auf, wie man dank digitaler Tools vom Schadenprotokoll über automatisierte Kostenvoranschläge bis zur Instandsetzung vieles schneller und effizienter abwickeln kann. Oder wie eine Garage dank KI schneller und präziser Fehler erkennen und die Fahrzeugdiagnostik verbessern kann. Oder welche Auswirkungen vernetzte Fahrzeuge auf Aufgaben im Werkstattalltag haben. Ausserdem kann festgehalten werden, dass soziale Medien zu unverzichtbaren Instrumenten für die Werbung und den Verkauf von Fahrzeugen geworden sind – auch hier gibt’s Tipps aus erster Hand.
Jetzt kommen die Elektrischen
Zwar befindet sich das ganze Garagengewerbe im Umbruch und die Digitalisierung bringt laufend neue Herausforderungen, trotzdem hat für AGVS-Mitglieder ein interessantes Zeitalter begonnen. Da Menschen die Mobilität lieben und auch in Zukunft nicht auf individuelle Verkehrsmittel verzichten werden, bleibt der Bedarf an kompetenten Fachleuten für Wartung und Reparatur bestehen. Unternehmerinnen und Unternehmer können somit als clevere Mobilitätsdienstleister dafür sorgen, dass die Kundschaft auch in Zukunft optimal zufriedengestellt wird – ganz egal, ob mit Verbrenner, Plug-in-Hybrid oder Elektrofahrzeug unterwegs.
Wenn immer mehr E-Fahrzeuge in die Werkstatt kommen, sind Hochvoltkompetenz und präzise Diagnosen gefragt – gerade auch beim Fahrzeugeintausch und im Occasionsmarkt. Bosch- und ZF-Experten beispielsweise liefern in einschlägigen Fachvorträgen eine Menge Informationen über Diagnose und Reparatur von Hochvoltbatterien und die Reparatur von weiteren Antriebsstrangkomponenten von E-Fahrzeugen. Auch herkömmliche Antriebe behalten spezifische Geschäftsfelder wie etwa Reinigungslösungen oder Diagnosestrategien für Partikelfilter. Und weil bei allen modernen Fahrzeugen immer mehr Sensoren und Kameras verbaut sind, müssen beim Werkstattbesuch immer öfter Kalibrierungen durchgeführt werden. Ebenfalls dazu gibt es bei der Berner Messe viele Tipps von Experten.
E-Autos stellen ausserdem in Bezug aufs Bremssystem eine Veränderung dar: Bremsbeläge und -scheiben werden durch die hohe Rekuperationsleistung des Antriebs im Alltagsbetrieb deutlich weniger beansprucht als in Verbrenner- oder Plug-in-Modellen. Je nach Einsatzbedingungen sind die Bremsen des Elektroautos also anfälliger für Rost. Was dies für eine Garage bedeutet und worauf Werkstätten in Zukunft achten müssen, erläutern Experten von Brembo an der SAS.
China macht Tempo
Entwicklungszyklen, wie sie bei chinesischen Autoherstellern üblich sind, bringen die meisten etablierten Anbieter in Schwierigkeiten. In den Bereichen Batterietechnik, Fahrassistenzsysteme, automatisiertes Fahren, Infotainment und Beleuchtung bieten die Chinesen selbst fortschrittlichste Features standardmässig an. Natürlich wollen die Europäer am Ball bleiben. Der französische Konzern Valeo beispielsweise zeigte auf der Auto Shanghai 2025 im Mai Innovationen in den Bereichen Software, On-Board-Laden und DC-DC-Wandler für bidirektionales Laden. In Bern werden Experten ausserdem Neuheiten im Antriebsbereich und bei Klimasystemen näher beleuchten.
Reiches Vortragsangebot
In aktuellen Autos sind Scheinwerfer viel mehr als nur simple Beleuchtungselemente. Heute wird durch aerodynamisch optimiertes Design auch der Luftwiderstand und damit der Treibstoffverbrauch gesenkt. Spezialist Forvia Hella hat daher extra schlanke Scheinwerfer entwickelt – ebenfalls ein Thema in Bern. Erwähnenswert ist auch der Beitrag von Sekurit Service über die Innovationen bei der Fahrzeugverglasung. Bei der Wahl der passenden Fachvorträge und weiteren Infos zum Besuch der Swiss Automotive Show hilft auch das diesem AUTOINSIDE beiliegende Messeheft weiter. Es liefert auf 36 Seiten viele zusätzliche Informationen zur SAS. Am Freitag, 22. August, und am Samstag, 23. August 2025, stehen gegen 20 Fachvorträge zur Digitalisierung, zu den Zukunftschancen und zu Innovation auf dem Programm – einer hilft sicher auch Ihrem Betrieb weiter!